Granitsteinbruch in Vang

Granitsteinbruch in Vang

Vang Granitbrud ist der größte und bekannteste Granitsteinbruch auf Bornholm, gelegen an der Nordwestküste der Insel, direkt südlich des malerischen Fischerdorfs Vang. Die Geschichte des Granitabbaus begann hier in den 1880er Jahren und dauerte über hundert Jahre, wobei sie die Landschaft, Wirtschaft und Identität der gesamten Region prägte. Heute ist der ehemalige Steinbruch ein einzigartiger Ort, der faszinierende Geologie, reiche Industriegeschichte und hervorragende Bedingungen für Outdoor-Aktivitäten vereint.

Die Geschichte eines Granitabenteuers

Alles begann im Jahr 1895, als der Steinmetz Jacob Mogensen aus Nylars das Gelände des Hofes Hullegård pachtete und Vang Stenhuggeri gründete. Mogensen glaubte, dass die Gegend zu einem wahren Klondyke werden könnte – in Anlehnung an den amerikanischen Goldrausch. Nach Erhalt eines großen Auftrags für Granit zum Bau des Kopenhagener Rathauses legte er am Strand ein Gleissystem für Loren an, mit denen die Steinblöcke zum Hafen von Vang transportiert wurden.

Steinbruchgebäude in Vang
Steinbruch und die DGI-Brücke in Vang

Die große Industrieära

Granit aus Vang diente dem Bau vieler prestigeträchtiger Gebäude in Dänemark – des Kopenhagener Rathauses, des Nationalmuseums und sogar des Schlosses Christiansborg. Anfang der 1970er Jahre wurde ein Förderband von der Brechanlage zum Ladekai installiert. Mitte der 1980er Jahre begann der groß angelegte industrielle Abbau – Granit aus Vang wurde für den Bau der Brücke über den Großen Belt (Storebæltsbroen) verwendet. Zwei Steinbrüche – Vang-bruddet und Almeløkken – wurden durch eine Transportstraße verbunden, und an der Küste wurde ein Lademolo für Schiffe errichtet.

Im Jahr 1992 übernahm der Konzern Superfos den Steinbruch und installierte einen modernen Brecher in Almeløkken, der 100.000 Tonnen Granitschotter pro Jahr produzieren konnte. Exporte in die ehemalige DDR waren geplant, doch die optimistischen Prognosen erfüllten sich nicht. Konflikte mit Umweltvorschriften und Proteste der Anwohner führten zur Schließung des Steinbruchs im Jahr 1996. Der große Brecher wurde demontiert und an einen deutschen Unternehmer verkauft, der ihn nach Südpolen verlagerte.

Ein neues Leben für den Steinbruch

Dank des Projekts „Neues Leben im Granitsteinbruch Vang" (Nyt Liv i Vang Granitbrud), durchgeführt von den Stiftungen RealDania und Mulighedernes Land, wurde der ehemalige Steinbruch in ein wunderschönes Natur- und Erholungsgebiet verwandelt. Neue Wanderwege, Schutzhütten (Shelters), Picknickplätze, Mountainbike-Strecken und Kletterwände wurden angelegt. Der Ort ist heute ein Paradies für Outdoor-Sportbegeisterte.

Anfahrt

Den Steinbruch Vang erreicht man am einfachsten über die Borrelyngvej – wenn man in die Ringedalsvej abbiegt, fährt man durch den malerischen Steinbruch Ringebakke. Eine Durchfahrt mit dem Auto durch den Steinbruch Vang selbst ist nicht möglich, aber am Eingang steht ein Parkplatz zur Verfügung. Der Küstenwanderweg Kyststien von Hasle nach Hammershus führt durch Vang.

Überreste der Industriegeschichte des Steinbruchs in Vang Überreste der industriellen Vergangenheit des Steinbruchs
Wissenswertes über den Steinbruch Vang
  • Der Granitabbau begann 1895 und dauerte über 100 Jahre – der Steinbruch wurde 1996 geschlossen
  • Granit aus Vang wurde für den Bau des Kopenhagener Rathauses, des Nationalmuseums und der Brücke über den Großen Belt verwendet
  • In der Spitzenzeit produzierte das Werk 100.000 Tonnen Granitschotter pro Jahr
  • Es wurde eine Genehmigung zum Abbau von über 4,5 Millionen m³ Granit erteilt
  • Heute bietet das Gelände MTB-Strecken, Kletterwände, Shelters und Wanderwege
  • Freier Eintritt das ganze Jahr – ein idealer Ort für aktive Erholung

Standort

Vang Granitbrud
Ringedalsvej, 3790 Hasle
Zufahrt über Ringebakkebrud – Abzweigung von Borrelyngvej in die Ringedalsvej
Kostenloser Parkplatz am Eingang des Steinbruchs
Navigieren: Google Maps Mapy.com Komoot