
Pyritsøen (dänisch für „Pyritsee“) ist der größte Waldteich unter den ehemaligen Lehmgruben westlich von Hasle — ein weites, ruhiges Gewässer in der Bagågraven, wo im 20. Jahrhundert Lehm für die Hasle Klinker- og Chamottestensfabrik abgebaut wurde. Der Name erinnert an Pyrit („Narrengold“) in den Schichten; in der Nähe liegt Lertippen, ein Abraumwall zwischen Süßwasser und Ostsee. Der Ort verbindet Industriegeschichte, Jura-Geologie und einige der bekanntesten paläontologischen Funde Dänemarks.
Um 1900, als die Vertiefung am Smaragdsøen wegen starken Grundwassers endete, verlagerte man den Abbau in die Bagågraven — das heutige Pyritsøen. Jahrzehntelang wurde Lehm zur Ziegelfabrik gefördert; Abraum schichtete sich auf dem schmalen Lertippen zwischen See und Meer. Mächtige Ton-, Sandstein- und Braunkohleschichten kamen in den Grubenwänden zum Vorschein — Geologen untersuchten hier mittlerjurassische Ablagerungen von vor rund 170 Millionen Jahren. Nach dem Abbauende in den späten 1980ern füllte sich die Grube; um 1990 erhielt der See den Namen Pyritsøen wegen reichlich Pyritknollen in den Kohlelagern. Heute liegt die Wasseroberfläche knapp über dem Meeresspiegel hinter Lertippen — die Küstenerosion nagt langsam am Wall, was Pyritsøen dereinst mit der Ostsee verbinden könnte.
Bornholm ist der einzige Teil Dänemarks, der im Mesozoikum über Wasser lag — deshalb sorgten ~170 Millionen Jahre alte Dinosaurier-Fußspuren im Sandstein bei Pyritsøen (Entdeckung 2004) für Aufsehen. Spätere Funde (u. a. 2010) bestätigten verschiedene Arten — von Sauropoden über gepanzerte Pflanzenfresser bis zu Raubspuren. Nachbildungen und die Grabungsgeschichte zeigt NaturBornholm; am Eingang informiert eine Tafel mit Illustrationen — lohnt sich vor dem Spaziergang entlang Strand und Lertippen.
Pyritsøen ist auch bei Vogelbeobachtern beliebt — die ruhige Fläche und der Wald locken Wasser- und Waldarten das ganze Jahr. Markierte Wege verbinden den See mit Smaragdsøen, Safirsøen und der Küste zwischen Hasle und Levka.
Im Pyritsøen leben u. a. Hecht und Barsch — laut touristischen Angaben ist hier keine Angelkarte nötig (anders als am Smaragdsøen). Die Ufer sind teils unbequem, dennoch schätzen lokale Angler den See. An der Küste zwischen Pyritsøen und Levka sind Meerforelle und andere Meeresfische möglich — dort gelten die üblichen Meeresregeln.
Pyritsøen liegt direkt neben Smaragdsøen — ein Waldpfad verbindet beide, sodass man die erste und zweite Lehmgrube der Fabrik in einem Ausflug sieht. Weiter landeinwärts liegen Safirsøen und Rubinsøen; südlich der surreale Kultippen mit seiner postindustriellen Mondlandschaft.
Vom Pyritsøen führt ein markierter Pfad durch den Wald zum Smaragdsøen
| Pyritsøen | |
| Havvej, Sorthat, 3790 Hasle | |
| Der See liegt im Hasle Klinker Skoven (Sandflugtsskoven), westlich von Hasle, knapp landeinwärts hinter Lertippen. Zu Fuß oder mit dem Rad aus Hasle; Informationstafel am Eingang. | |
| Kein großer Parkplatz am See — Auto in Hasle abstellen und über Waldpfade gehen. |