Hammerknuden (Hammeren) – das wilde Kap im Norden Bornholms

Hammerknuden – Blick auf das Kap
5.0

Hammerknuden – umgangssprachlich einfach Hammeren genannt – ist die nördlichste Spitze Bornholms. Ein weitläufiges Granitkap von 182 Hektar mit Klippen, die 26 Meter über der Ostsee aufragen, zwei Leuchttürmen, zwei Seen, den Ruinen einer mittelalterlichen Kapelle und einem Netz von Wanderwegen durch Heideland, nackten Fels und niedrige Sträucher. Einer der wildesten und eindrucksvollsten Orte der gesamten Insel.

Eine von Gletschern geformte Landschaft

Hammeren verdankt seinen rauen Charakter der Eiszeit. Vorrückende Gletscher trugen alle Sedimente ab und legten das nackte Granitgestein frei – eine der besten Freilegungen dieser Art in Europa. Auf vielen Felsen sind bis heute Gletscherschrammen sichtbar, die die Fließrichtung des Eises anzeigen. Das Gebiet ist durch ein Spaltental vom Rest der Insel getrennt, was ihm das Gefühl einer eigenständigen, isolierten Welt verleiht.

Das Klima und die starken Seewinde haben dafür gesorgt, dass die Vegetation auf Hammerknuden hauptsächlich aus Heideland, Zwergsträuchern und niedrigem, dichtem Gebüsch besteht. Das Fehlen hoher Bäume verstärkt den Eindruck roher, offener Weite – und bei guter Sicht kann man von hier die schwedische Küste erkennen.

Hammerknuden – Ziegen auf den Felsen
Hammerknuden – Wanderweg

Das Granitabenteuer des 19. und 20. Jahrhunderts

Hammeren ist nicht nur wilde Natur – es ist auch ein Gebiet mit reicher Industriegeschichte. Im 19. und 20. Jahrhundert lieferten die umliegenden Granitsteinbrüche Baumaterial für große Projekte in Dänemark und in der Welt. Die eindrucksvollste Spur dieser Epoche ist der Opalsøen – ein tiefer, smaragdgrüner See, der einen ehemaligen Steinbruch füllt und mit einer 290 Meter langen Seilbahn zum Granittransport mit dem Meeresufer verbunden war. Auf dem Plateau darüber liegt ein zweiter Steinbruchsee – Krystalsøen.

Der größte See auf Hammerknuden – und auf ganz Bornholm – ist der Hammersø. Er ist der einzige Karsee (glazialer Felsbeckensee) in Dänemark. Umgeben von Heideland und Felsen, mit Blick auf die Ruinen von Hammershus, bildet er einen der malerischsten Punkte auf dem Rundweg um das Kap.

Zwei Leuchttürme

Auf Hammerknuden stehen zwei Leuchttürme – jeder mit seiner eigenen Geschichte und seinem eigenen Charakter.

Hammeren Fyr (der Große Leuchtturm)

Hammeren Fyr steht auf dem Gipfel des 82 Meter hohen Ørnebjerget (Adlerberg) – dem höchsten Punkt Nordbornholms. An dieser Stelle gab es bereits im Mittelalter einen Leuchtturm, und der heutige Granitturm, erbaut aus Stein, der nur wenige hundert Meter entfernt gebrochen wurde, stammt aus dem Jahr 1872. 1990 außer Betrieb genommen, leuchtet er seit 2011 wieder nachts. Er bietet hervorragende Aussichten.

Hammerodde Fyr (der Kleine Leuchtturm)

Hammerodde Fyr steht an der nördlichsten Spitze Bornholms. 1895 als Hilfsleuchtturm erbaut, ist er bis heute in Betrieb. Die umliegenden Personalwohnungen sind heute private Sommerhäuser. Dies ist der nördlichste Punkt der Insel – dahinter liegt nur noch das Meer.

Blick auf Hammerhavn von Hammerknuden Blick auf Hammerhavn von Hammerknuden

Salomons Kapel – Ruine einer Fischerkapelle

In der Nähe des Hammeren Fyr, direkt am felsigen Meeresufer, befinden sich die Ruinen der Salomons Kapel (Salomons Kapelle). Die Kapelle wurde Anfang des 14. Jahrhunderts aus Ziegeln und behauenen Findlingen im Auftrag des Erzbischofs von Lund erbaut. Ihren Namen verdankt sie dem Hl. Salomon, einem Dominikanermönch.

Die Kapelle entstand in zwei Bauabschnitten – zunächst eine kleine rechteckige Kirche, dann eine nach Süden angebaute Vorhalle. Bis heute sind Reste des Altars und gemauerte Bänke entlang der Wände sichtbar. Die Kapelle war mit dem bornholmischen Heringshandel verbunden, der vom 13. bis 15. Jahrhundert mit den Hansestädten Hamburg und Lübeck betrieben wurde – Fischer, die in den natürlichen Buchten entlang der Hammerknuden-Küste landeten, brauchten einen Ort für ihr Gebet.

Wanderwege – die Hammerknuden-Runde

Das gesamte Kap ist von einem Netz von Wanderwegen durchzogen, die Sandvig mit den Ruinen von Hammershus verbinden. Die beliebteste Route ist die Hammerknuden-Runde – sie führt an der Felsenküste nach Norden zum Hammerodde Fyr und dann auf dem Küstenpfad (Kyststien) nach Südosten Richtung Hammerhavn.

Unterwegs passiert man den Opalsøen mit seiner ehemaligen Seilbahn, den Hammersø mit Blick auf Hammershus, die Ruinen der Salomons Kapel und beide Leuchttürme. Die Strecke hat einen mittleren Schwierigkeitsgrad, erfordert aber gutes Schuhwerk – das Terrain ist felsig und Küstenabschnitte können steil sein.

Trekking Jons Kapel
Hafen Hammerhavn
Gut zu wissen über Hammerknuden
  • Das gesamte Gebiet Hammerknuden ist ein geschütztes Naturreservat – bleiben Sie auf den Wegen und nehmen Sie keine Steine mit
  • Der Hammersø ist der größte See Bornholms und der einzige Karsee (Gletschersee) in Dänemark
  • Bei guter Sicht ist von den Klippen die schwedische Küste erkennbar
  • Das Gelände besteht zu ca. 50 % aus Fels, 25 % aus Wald und 25 % aus Nutzland
  • Die Wege können windig und rutschig sein – bringen Sie bequeme Schuhe und eine Windjacke mit

Lage

Hammerknuden (Hammeren)
Fyrvej, 3770 Allinge – das nördlichste Kap Bornholms, direkt hinter Sandvig
Kostenloser Parkplatz am Hammeren Fyr (Fyrvej) oder bei Hammershus – von beiden Punkten führen Wanderwege auf das Kap. Man kann auch zu Fuß von Sandvig kommen (ca. 2 km)
Navigieren: Google Maps Mapy.com Komoot