Rundkirchen

Rundkirchen

Die Rundkirchen auf Bornholm gehören zu den markantesten Sehenswürdigkeiten der Insel und sind ein einzigartiges Beispiel mittelalterlicher Wehrarchitektur in Dänemark. Sie wurden im 12. und 13. Jahrhundert erbaut und erfüllten eine doppelte Funktion – sowohl sakrale als auch militärische. Ihre massiven, zylindrischen Mauern, schmalen Schießscharten und Wachtürme dienten nicht nur dem Gebet, sondern auch dem Schutz der Einwohner vor Piraten und Eindringlingen.

Auf Bornholm sind vier solcher Bauwerke erhalten geblieben: in Østerlars, Olsker, Nylars und Nyker. Jede von ihnen hat ihren eigenen Charakter, doch alle zeichnen sich durch weiß getünchte Wände, konische Dächer und eine schlichte, robuste Form aus, die sich harmonisch in die Landschaft der Insel einfügt. Die Innenräume der Rundkirchen sind oft mit romanischen Fresken und hölzernen Emporen geschmückt, die ihnen einen besonderen Charme verleihen. Heute sind diese Kirchen nicht nur Orte der Andacht, sondern auch wichtige Sehenswürdigkeiten auf der touristischen Karte Bornholms und ziehen Liebhaber von Geschichte, Architektur und nordischem Erbe an.

Interessanterweise verfügen einige der Rundkirchen – insbesondere Østerlars – über verborgene Räume und Gänge, die möglicherweise zur Aufbewahrung von Vorräten oder als Zuflucht während Belagerungen dienten. Nach lokalen Legenden hatten diese Kirchen auch eine symbolische Bedeutung – ihre runde Form sollte die Gläubigen vor bösen Geistern schützen, denn man glaubte, dass "das Böse keine Ecke hat, in der es sich verstecken kann".